Mönch werden: vom Novizen zum Mönch auf Lebenszeit

Das Mindestalter für den Eintritt ins Kloster beträgt 18 Jahre. Zunächst lernt der Kandidat einige Monate lang das Ordensleben und seine Anforderungen kennen. Der Abt entscheidet mit Zustimmung seines Rates über die Aufnahme. Der Novize wird bei einer Feier im Kapitelsaal mit dem weißen Habit bekleidet. Nun erhält er auch einen neuen Namen: Ein neues Leben für Gott beginnt. Das Noviziat dauert ein volles Jahr. Sollte der Novize in diesem Jahr jedoch erkennen, dass das Klosterleben als Mönch nicht sein Weg ist, so kann er es jederzeit abbrechen.

Noviziat – ein Jahr

Die Novizen werden von einem Novizenmeister betreut, der sie auch unter Mithilfe anderer Mönche in den Themen Gebet, Liturgie, Psalmen, Geschichte des Ordens und des Klosters, die Benediktsregel und Spiritualität der Zisterzienser unterrichtet. Die Novizen lernen, sich von alten Beziehungen zu lösen und beginnen den Weg der Christusnachfolge zu gehen. Gegen Ende des Noviziats stimmt das Kapitel über die Zulassung des Novizen zur Ablegung der zeitlichen Gelübde ab. Wenn der Novize angenommen wird, verspricht er vor dem Abt und Konvent Gehorsam, klösterlichen Lebenswandel und Beständigkeit in der Gemeinschaft.

Zeitliche Profess

Die zeitliche Profess dauert drei Jahre, kann jedoch verlängert werden. In dieser Zeit erhält der angehende Mönch, der jetzt "Junior" genannt wird, eine theologische Ausbildung im Studium der Theologie oder eine berufliche Ausbildung. Auch während der Zeitlichen Profess, kann der Junior sich gegen das Klosterleben entscheiden und um den Austritt aus dem Orden ansuchen. 

Hat ein angehender Mönch nach vier Jahren (ein Jahr Noviziat und drei Jahre Zeitliche Profess) Sicherheit über seine Berufung gewonnen, kann er um die Ablegung der Ewigen Gelübde, der Feierlichen Profess, bitten. Auch hier wird im Konvent abgestimmt.

Feierliche Profess – auf ewig

Die feierliche Profess wird in einem festlichen, vom Abt geleiteten Gottesdienst abgelegt, da sie einer hochzeitlichen Verbindung mit Gott gleichkommt: Der Mönch gelobt vor Gott und seinen Heiligen Gehorsam, klösterlichen Lebenswandel und die Beständigkeit bis zum Tode. Mit der Feierlichen Profess ist der Mönch nun Vollmitglied des Konvents – und zwar mit allen Pflichten und Rechten. 
Der Mönch wird als "Frater" angesprochen, hat er darüber hinaus auch die Priesterweihe empfangen, lautet die offizielle Bezeichnung "Pater". Dem Namen hintangestellt wird die Abkürzung OCist was lateinisch Ordo Cisterciensis bedeutet.