Kleines Lexikon der Klosterbegriffe

Begriffe von A–Z:

Abt
Der Abt (spätlat. abbas, aus hebr. abba = Vater) ist der Vorsteher und geistliche Leiter eines Klosters. Äbte werden meist auf Lebenszeit oder bis zum 70. oder 75. Lebensjahr gewählt. Aktuell gibt es aber einen Trend zur Begrenzung der Amtszeit – z. B. auf sechs oder zwölf Jahre. Ein Abt eines selbstständigen Klosters hat umfassende Führungs- und Leitungsvollmachten. Als Zeichen ihrer Würde tragen sie die Pontifikalien, also Brustkreuz, Stab, Mitra und Ring.

Abtei
Eine Abtei ist ein Kloster unter der Leitung eines Abtes bzw. Äbtissin.

Benedikt
Benedikt von Nursia (geb. um 480 Nursia, gest. am 21. März 547 im Kloster Montecassino) ist der Begründer des abendländischen christlichen Mönchtums.

Benediktsregel
Die Benediktsregel (lat. Regula Benedicti RB) geht auf Benedikt von Nursia (6. Jh. vor Chr.) zurück. Sie ist die im Benediktinerorden und seinen Zweigen, wie etwa Zisterzienser, gültige Ordensregel. Die Benediktsregel besteht aus einem Prolog und 73 Kapiteln.

Chorgebet
Das Chorgebet ist die tägliche gemeinsame Verrichtung des Stundengebets im Chor der Klosterkirche. Das mehrmals täglich zu festen Zeiten gesungene oder rezitierte Chorgebet ist charakteristisch für die benediktinischen Ordensgemeinschaften. Es ist das bestimmende Strukturelement im monastischen Tagesablauf.

Dormitorium
Das Dormitorium, auch Dormént (lat. Schlafraum, von dormire = schlafen) genannt, bezeichnet in mittelalterlichen Klöstern der gemeinsame Schlafsaal der Mönche. Seit dem 9. Jahrhundert ist der Begriff Dormitorium gebräuchlich. So empfiehlt bereits die Benediktsregel in Kapitel 22 zur Nachtruhe der Mönche: »Alle schlafen wenn möglich in einem Raum«. Nur der Abt hatte Anspruch auf ein eigenes Zimmer. Seit dem Spätmittelalter wurde das Dormitorium in Einzelzellen aufgeteilt.
 
Einkleidung
In katholischen Ordensgemeinschaften ist das die meist feierliche Übergabe des Ordensgewands an ein neues Ordensmitglied. Die Einkleidung erfolgt in der Regel bei der Aufnahme in das Noviziat. Mit der Einkleidung erhalten die Novizen auch ihren neuen Ordensnamen.

Eucharistie
Die Eucharistie (Danksagung) – ein anderer Name für heilige Messe, Herrenmahl, Brechen des Brotes, heiliges Opfer, Kommunion, Altarsakrament, heilige oder göttliche Liturgie – ist Quelle und Höhepunkt des christlichen Lebens. Die liturgische Feier der Eucharistie ist das Opfer des Leibes und des Blutes Christi. Jesus hat dieses Sakrament beim letzten Abendmahl eingesetzt, damit das Gedächtnis seines Todes am Kreuz und seiner Auferstehung in der Kirche bis zu seiner Wiederkunft fortdauert.

Exerzitien 
Die Exerzitien sind geistliche Übungen, die der Hl. Ignatius von Loyola als intensive Zeit der inneren Einkehr und der Besinnung in Schweigen und Gebet seinem Orden vorgeschrieben hat. Die Jesuiten verbreiteten diese Übungen in der gesamten Kirche.
 
Gelübde
Das Ordensgelübte ist ein öffentlich Gott gemachtes Versprechen, auf eine begrenzte Zeit oder lebenslang nach den Grundprinzipien der konkreten Ordensgemeinschaft leben zu wollen. Wesentlicher Inhalt sind die so genannten "Räte des Evangeliums": ehelose Keuschheit, Armut und Gehorsam.
 
Horen
Die kleinen Horen (von lat. horen = Stunden). Alle drei Horen haben die gleiche Einteilung: Hymnus, drei Psalmen,  Kurzlesung, Wechselgesang und Schlussgebete.
Terz (lat. Tertia = die dritte [Stunde]) Gebet zur dritten Stunde des Tages
Sext (lat. Sexta = die sechste [Stunde]) Gebet zur sechsten Stunde des Tages
Non (lat. Nona = die neunte [Stunde]) Gebet zur neunten Stunde des Tages

Jahreskreis
Der Jahreskreis bezeichnet die jahreszyklische Abfolge der Sonntage und religiöser Feste des Kirchenjahres. Dazu zählen der Osterfestkreis sowie der Weihnachtsfestkreis.

Kapitel
Der Kapitelsaal ist in Klöstern der Versammlungsraum der Mönche oder Nonnen – er dient der täglichen Versammlung der Mönchsgemeinschaft zur Beratung der gemeinsamen Angelegenheiten und geistlichen Ansprachen und Lesungen. Der Name kommt daher, dass bei jeder Zusammenkunft ein Kapitel aus der Heiligen Schrift oder der Ordensregel vorgelesen wird.

Klausur
Eine Klausur ist der eigentliche Lebensraum von Nonnen und Mönchen im Kloster. Die Klausur ist normalerweise für Gäste und Außenstehende nicht betretbar. Zur Klausur zählen der Kapitelsaal, das Refektorium, das Dormitorium mit den Zellen der Einzelnen sowie der Kreuzgang.

Komplet
Von lat. complere = erfüllen, vollenden. Die Komplet, auch Schlussandacht, ist die letzte Gebetsstunde, das Gebet zur Nacht. Zum Abschluss der Komplet wird der "Angelus" (Engel des Herrn) in Stille mit Glockenzeichen gebetet.

Kongregation
Eine Kongregation ist ein Zusammenschluss mehrerer selbständiger Klöster zu einem meist regionalen Verband innerhalb eines Ordens – siehe Mehrerauer Kongregation

Konvent
Als Konvent (von lat. conventus = Zusammenkunft) bezeichnet man eine Gemeinschaft von Ordensleuten, die zusammen leben und arbeiten.

Kreuzgang
Der Kreuzgang ist ein meist aus vier Bogenhallen bestehender und den Klosterhof umschließenden Gang, der die Kloster- oder Stiftskirche mit den so genannten Regularräumen verbindet.

Laie
Laienmönche oder Laienbrüder sind Angehörige von Männerorden, welche keine Kleriker, also nicht zum Priester oder Diakon geweiht sind. Sie arbeiten entweder in den gelernten praktischen Berufen oder verrichten andere Dienste in der Gemeinschaft.
 
Laudes
Von lat. laudes matutinae = das Morgenlob. Die Laudes bilden mit der Vesper die Angelpunkte des Stundengebets, sie stellen das eigentliche Morgengebet dar. Die Laudes bestehen aus: zwei Psalmen und dem Canticum, dazu ein Lobpsalm, eine Lesung, Wechselgesang, Hymnus und Lobgesang des Zacharias; danach folgen die Bitten, das Vaterunser und das Schlussgebet.

Liturgie
Als Liturgie (öffentlicher Dienst) wird die Ordnung und Gesamtheit der religiösen Zeremonien und Riten des christlichen Gottesdienstes bezeichnet.

Monastisch
Der Begriff monastisch heißt: einer mönchischen Lebensform entsprechend.

Mönch
Der Begriff Mönch (von kirchenlat. monachus = Einsiedler und griech. monos = allein), bezeichnet Mitglieder eines Mönchsordens oder monastischen Ordens.

Non
Siehe unter Horen

Noviziat
Das Noviziat (lat. von novus = neu) ist die Probezeit und Einführungszeit eines neuen Ordensmitglieds, dem Novizen. Am Anfang des Noviziates steht meist eine Aufnahmefeier. Nach den Bestimmungen des Kirchenrechts muss das Noviziat mindestens ein Jahr dauern.

Ora et labora
Das Ora et labora (deutsch = Bete und arbeite) bezeichnet einen Grundsatz aus der Tradition der Benediktiner. Es bedeutet, dass der Weg zu Glaube und Gott letztlich nur über das regelmäßige Gebet und harte Arbeit führt.

Orden
Eine Ordensgemeinschaft (auch Orden, von lat. Ordo = Ordnung, Stand) ist eine durch eine Lebensgemeinschaft von Männern oder Frauen, die durch eine Ordensregel und das Ordensgelübde an ihre Lebensform verbunden sind, und ein spirituelles Leben in der Gemeinschaft, wie in einem Kloster, führen.

Ordensregel
Eine Ordensregel normiert die Lebensweise eines Ordens gemäß dem Geist des Evangeliums. Meist geht sie auf einen heiligen Gründer zurück, z. B. Basilius, Augustinus, Benedikt. Durch Konstitutionen oder Satzungen wird sie der jeweiligen Zeit angepasst.
 
Prior
Der Prior ist in monastischen Orden der Vertreter des Abtes oder der Vorsteher eines Klosters, wenn dieses keine eigenständige Abtei ist – siehe auch Priorat, zum Beispiel Priorat Birnau.

Priorat
Ein Priorat ist ein Kloster, welches keine Abtei ist, weil zum Beispiel die rechtlichen Voraussetzungen zur Erhebung in den Stand einer Abtei nicht gegeben sind, zum Beispiel wegen einer zu geringen Anzahl an Mitgliedern.

Profess
Eine Profess (lat. Professio = Bekenntnis) bezeichnet die öffentliche Ablegung der Gelübde. Der Weg zur Profess vollzieht sich in drei Stufen: Noviziat, zeitliche Profess und ewige bzw. feierliche Profess, mit der sich das Ordensmitglied für immer an sein Kloster oder seine Gemeinschaft bindet.

Refektorium
Das Refektorium (von. lat. reficere = wiederherstellen) ist der Speisesaal in einem Kloster.

Sext
Siehe unter Horen

Spiritualität
Die Spiritualität ist die Art und Weise bzw. der persönliche Stil, wie man seinen Glauben lebt. Dies ist zwar bei jedem Menschen anders, doch kann man hier gemeinsame Richtungen feststellen, die man als Spiritualitätsgruppen bezeichnet.

Territorialabtei
Eine Territorialabtei, auch Gebietsabtei genannt, bezeichnet eine Abtei mit bistumsähnlicher Funktion. Sie kann zu einer Kirchenprovinz gehören oder immediat sein, also unmittelbar dem Heiligen Stuhl in Rom unterstellt. Ihr Abt besitzt die Jurisdiktionsgewalt eines Bischofs, nicht aber dessen Weihegewalt. Er ist Mitglied der örtlichen Bischofskonferenz. Insgesamt existieren in der katholischen Kirche heute weltweit 11Territorialabteien.

Terz
Siehe unter Horen

Vesper
Die Vesper (von lat. Vespera = abends, Abendzeit) ist der liturgische Abendgottesdienst, also einer der ältesten und wichtigsten Teile des Stundengebets. Die Vesper dankt für den endenden Tag und für die empfangenen Heilstaten Gottes. Die Vesper hat den selben Aufbau wie die Laudes; ihr Höhepunkt ist das "Magnificat", das Danklied Marias aus dem Lukasevangelium 1, 46-55.

Vigilien
Die Vigilien (von lat. vigilia = Nachtwachen) bezeichnen das Gebet in der Nacht, welches schon im Alten Testament (Psalm 119.62) verrichtet wird. Die Vigilien enden bei Sonnenaufgang mit dem Lobpreis, der zunächst Matutin heißt. Aus ihm entwickeln sich die Laudes. Seit dem 12. Jh. werden die Vigilien in den frühen Morgenstunden gebetet.

Zisterzienser
Die Zisterzienser (lat. Ordo Cisterciensis, OCist) sind ein Mönchsorden, der aus den Benediktinern hervorgegangen ist. Ursprungskloster und Namensgeber der Zisterzienser ist das 1098 von Robert von Molesme und etwa zwanzig weiteren Mönchen der Abtei Molesme gegründete Kloster Cîteaux (lat. Cistercium). 
 
Zölibat
Der Zölibat (lat. Coelibatus, von coelebs = unvermählt) ist die vom Mönch oder katholischen Priester freiwillig übernommene Verpflichtung, die Keuschheit in Form der lebenslangen Ehelosigkeit um des Himmelreiches willen zu bewahren.