Gebetstag

„Worauf wartest du?“

Das Thema für den Weltgebetstag für geistliche Berufungen am 25. April wirft die Frage auf, worauf lohnt es sich zu warten und worauf hoffen wir als Christen.

„Worauf wartest du?“ – Das sagen Ungeduldige, die wollen, dass endlich etwas weitergeht. Das sagen vielleicht Enttäuschte, Pessimisten, die glauben, dass nichts mehr zu erwarten ist. Worauf wartest du, fragt aber auch jemand, der dich ermutigen möchte, aufzubrechen, loszustarten, dein Leben selbst in die Hand zu nehmen. Jemand, der dir Mut für eine wohlüberlegte, längst fällige Entscheidung machen möchte. Oder jemand, der dich gut kennt und mit seiner Frage deinen innersten Kern berühren will, der deine Lebensfragen und deine Suche nach Antworten, nach deinem persönlichen Lebenssinn neu anstoßen möchte. Und schließlich - die Stimme Gottes in deinem Herzen: „Worauf wartest du?“

„Worauf wartest du?“ – Die Frage greift tief: Worauf lohnt es sich zu warten, auf wen können wir hoffen. Es geht jedenfalls um mehr, als auf den nächsten Bus zu warten. Christen warten und hoffen auf die Begegnung mit Gott und seine Nähe. Die Haltung des Wartens – nicht nur im Advent – gibt uns die Möglichkeit, uns immer neu auf diese Lebenshaltung zu besinnen.

Das Warten auf Gott, auf seine Nähe, auf das Verstehen seines Anrufs brauchen oft Geduld und einen langen Atem. Der heilige Augustinus zählt einmal auf, wo seine Geduld als Bischof tagtäglich gefordert ist: „Unruhestifter zurechtweisen, Kleinmütige trösten, sich der Schwachen annehmen, Gegner widerlegen, sich vor Nachstellern hüten, Ungebildete lehren, Träge wachrütteln, Händelsucher zurückhalten, Eingebildeten den rechten Platz anweisen, Streitende besänftigen, Armen helfen, Unterdrückte befreien, Gute ermutigen, Böse ertragen und - ach - alle lieben.“ Wenn uns das eine oder andere davon gelingt, kommt Gott an – mitten in unserem Leben. Viellicht überraschend und eher, als wir es vermuten.

„Worauf wartest du?“ – will  heuer Anfrage und Ermutigung sein, unsere Lebensausrichtung zu hinterfragen, immer wieder neu Vertrauen ins Gebet zu fassen, damit Gottes Ruf ankommen kann.

Maria Fibich

Botschaft von Papst Franziskus zum Weltgebetstag für geistliche Berufungen:

https://www.canisius.at/dl/stKqJmoJKmKJqx4KJKJKJKKLMN/papa-francesco_20210319_58-messaggio-giornata-mondiale-vocazioni.pdf

Weitere Informationen und Materialien zum Weltgebetstag:

https://www.canisius.at/123/jahresthema-weltgebetstag-2021