Sanatorium Mehrerau – Maria, Heil der Kranken

Das Sanatorium Mehrerau wurde 1923 gegründet, ursprünglich wird es über einer schwefelhaltigen Quelle als Kuranstalt gebaut. Seither nimmt es einen festen Platz in der Geschichte der Patientenversorgung in Vorarlberg ein.

Erste stationäre Hospizeinrichtung in Vorarlberg

Der Krankenhausbetrieb des Sanatoriums wurde seit 1923 von der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau betrieben und ab dem Jahr 2002 von der Vorarlberger Krankenhausbetriebs-GesellschaftmbH geführt. Die wirtschaftliche Grundlage bildete ein Managementvertrag mit der Vorarlberger Krankenhausbetriebs-Gesellschaft mbH, darüber hinaus bestand eine Abgangsdeckungszusage des Landes Vorarlberg und des Vorarlberger Gemeindeverbandes.

Die Entwicklung der letzten Jahre als Belegkrankenhaus (bis 2015) zeigte aber, dass die veranschlagten Abgangsdeckungen nicht mehr zu halten waren. Aus diesem Grund haben die Abtei und das Land Vorarlberg nach einer zukunftsfähigen Lösung für das über die Grenzen der Landeshauptstadt Bregenz bekannte und beliebte Beleg und Nachsorgekrankenhaus gesucht.

Abt Anselm van der Linde: „Ich bin überzeugt, dass mit der nun getroffenen Vereinbarung eine tragfähige und zukunftsorientierte Lösung für das Sanatorium erzielt wurde. Das Land Vorarlberg war von Anfang an unser Wunschpartner“, so Abt Anselm, der betont, dass die Abtei, „sehr bewusst nicht auf einen gewinnorientierten Immobilienentwickler für das Sanatoriumsgebäude gesetzt hat. Im Vordergrund steht für uns, dass der ursprüngliche Auftrag des Sanatoriums weiter geführt und auch weiter entwickelt wird. Auch in Zukunft werden hier Menschen gepflegt und finden Familien und Angehörige Trost und Zuspruch. Der Grundidee des Sanatoriums bleibt voll erhalten. Die Kooperation des Landes mit der Caritas-Hospiz bietet dafür eine gute Grundlage.“

Die Hospizstation ist ein Zuhause für Menschen, die nur mehr eine begrenzte Lebenszeit vor sich haben und die aufgrund ihrer Erkrankung einer intensiven palliativen Pflege und Betreuung bedürfen, aber keine Krankenhausbehandlung benötigen. Die Hospizstation wird in Zukunft von der Caritas betrieben und soll schwer kranken und sterbenden Menschen einen ansprechenden Wohnraum und fachliche wie auch menschliche Betreuung bieten. Insgesamt sind zehn Betreuungsplätze vorgesehen.

Ein multiprofessionelles Team, bestehend aus Pflege, Ärzten, Seelsorgern, Sozialarbeitern und speziell ausgebildeten, ehrenamtlichen Hospizbegleitern, soll die betroffenen Menschen in der Hospizstation betreuen.

Der Zeitplan:
Umbau und neue Nutzung. Die Planungen für das Hospiz laufen derzeit auf Hochtouren. 2017 beginnen die nötigen Umbaumaßnahmen. Neben der Hospizstation stehen weitere Flächen für themennahe Interessenten wie etwa als Arztpraxen oder Physiotherapieeinrichtungen zur Verfügung. Der Abschluss der Arbeiten ist mit Ende 2017 geplant.

Temporäre Nutzung als Flüchtlingsunterkunft:
Bis Dezember 2016 waren rund 60 Flüchtlinge und Asylsuchende im ehemaligen Sanatorium Mehrerau untergebracht. Die temporäre Verschiebung der Umgestaltung des Sanatoriums Mehrerau in die erste stationäre Hospizeinrichtung Vorarlbergs war für Abt Anselm van der Linde im Angesicht der großen Not bei der Flüchtlingsunterbringung selbstverständlich. Neben der Unterbringung im Sanatorium stellt die Abtei auch noch drei große Wohnungen für die Flüchtlingsunterbringung zur Verfügung. Dort sind derzeit rd. 24 Menschen im Rahmen ihrer Familienverbände untergebracht.