Bußandacht

Donnerstag, 31. März 2022

19.00 Uhr

Bußgottesdienst

mit anschl. Beichtgelegenheit

Abteikirche Mehrerau

Zu den Grunderfahrungen im Leben jedes Menschen gehört das „Schuldig- werden“ vor sich selbst, vor den Mitmenschen und vor Gott, ob absichtlich oder unabsichtlich, ob objektiv beurteilt oder subjektiv empfunden. Dieses „Schuldig-werden“ stellt immer auch eine Verfehlung, Störung und Behinderung des eigenen wie des gemeinschaftlichen Lebens dar. Der erste Schritt zu Umkehr, Verzeihung und Vergebung ist die Wahrnehmung des eigenen Fehlverhaltens. Das Negieren und Verschweigen von Schuld führt zu Lähmung und verhindert neues Leben. Treffend formuliert der Psalmist: „Wohl dem Menschen, dem der Herr die Schuld nicht zur Last legt und dessen Herz keine Falschheit kennt. Solang ich es verschwieg, waren meine Glieder matt, den ganzen Tag musste ich stöhnen. Denn deine Hand lag schwer auf mir bei Tag und bei Nacht; meine Lebenskraft war verdorrt wie durch die Glut des Sommers“ (Ps 32,2–4). Erst das persönliche Annehmen und Aussprechen von Schuld und Versagen anderen und Gott gegenüber eröffnet einen Weg zu neuem Leben. Nochmals der Psalmist: „Da bekannte ich dir meine Sünde und verbarg nicht länger meine Schuld vor dir. Ich sagte: Ich will dem Herrn meine Frevel bekennen. Und du hast mir die Schuld vergeben“ (Psalm 32,5). Mit der gewährten Vergebung wird neues Leben geschenkt.

Gemeinschaftliche Versöhnungsfeiern sind Orte, an denen Christinnen und Christen sich ihrem „Schuldig-Sein” stellen, solidarisch vor Gott stehen und füreinander und miteinander beten („einer trage des anderen Last“) und um Versöhnung bitten.

„Wenn ich zur Beichte gehe, dann um Heilung für mich zu erlangen, Heilung für meine Seele. Um dann mit mehr geistlicher Gesundheit weiterzugehen. Um von der Erbärmlichkeit zum Erbarmen zu gelangen.

Und das Zentrum der Beichte sind nicht die Sünden, die wir bekennen, sondern es ist die göttliche Liebe, die wir empfangen und die wir immer brauchen. Das Zentrum der Beichte ist Jesus, der uns erwartet, uns zuhört und uns vergibt. Denkt daran: Im Herzen Gottes sind zuerst wir, noch vor unseren Fehlern“. (Papst Franziskus)