Klosterkirche

Zentraler Ort jedes Klosters ist die Klosterkirche. Die Abteikirche von Mehrerau überrascht den Besucher durch eine fast schmucklose Nüchternheit, erweist sich aber durch ihre erhabene Schlichtheit als wahrer Raum des Gebets. Zunächst empfängt den Besucher die monumentale Portalplastik des Bregenzerwälder Bildhauers Herbert Albrecht. Das 1962 geschaffene Kunstwerk aus Betonguss stellt die Vision der apokalyptischen Frau aus der Offenbarung des Johannes, Kap. 12, dar. Die auf den Fundamenten der 1125 geweihten romanischen Basilika erbauten Barockkirche wurde unter der Leitung des Bregenzerwälder Baumeisters Franz Anton Beer 1730 vollendet. Nach Aufhebung des Benediktinerklosters Mehrerau wurde sie 1808 abgerissen. Die Wettinger Zisterzienser errichteten 1856-59 über denselben Fundamenten eine neuromanische Kirche, die 1961-64 in der heutigen Gestaltung umgebaut wurde. Sie beherbergt unter anderem eine Reihe wertvoller Skulpturen und Gemälde aus verschiedenen Epochen. Ein von den Mönchen und dem Volk hochverehrtes Bindeglied mit der alten Benediktiner-Mehrerau ist das um 1500 geschaffene Bild der Gnadenmutter Maria.

Mehrerauer Gnadenmutter

Die Statue gelangt mit der Auflassung des Klosters 1806 in Privatbesitz, wurde jedoch 1854 den Zisterziensern, den neuen Klosterbewohnern, zurückgegeben. Heute steht sie auf einem neugotischen Altaraufbau in der neuen Kirche, genauer gesagt in der Gnadenkapelle unter der Orgelempore und zwischen den Seitenportalen.

Die Gnadenmutter von Mehrerau ist Ziel vieler Menschen, die Maria im Gebet ihre großen und kleinen Sorgen und Anliegen anvertrauen. Täglich wird hier eine Frühmesse gefeiert und am Nachmittag der Rosenkranz gebetet.
 

Unterkirche

Anfang des 12. Jahrhunderts wurde die erste aus Stein erbaute romanische Klosterkirche der Mehrerau errichtet. Beim letzten Umbau 1961-64 wurden die romanischen Fundamente erst wieder entdeckt und freigelegt. Man fand dabei auch zahlreiche Skelette von Äbten, Stiftern und Wohltätern, die hier beigesetzt waren. Zudem ruhen in der Unterkirche die Leichname der früheren Äbte der Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau und einiger anderer Prälaten in schlichten Betonsarkophagen.