Gedanken von P. Nivard

Es ist Herbst geworden: Die Natur zeigt es uns recht deutlich. Der Föhn holt die bunten Blätter von den Bäumen, die Früchte der Erde werden gesammelt und heimgeholt. Überall wurde Erntedank gefeiert. Die Natur bereitet sich auf den Winterschlaf vor.

Aber nicht nur die Natur, auch der Mensch möchte – wenn es möglich ist – etwas leiser treten und sich vielleicht Gedanken machen über seinen eigenen Herbst. Dafür hat er seit langer Zeit auch den Monat November, der auch „Allerseelen Monat“ genannt wird und gedenkt gleich zu Beginn des Monats an die Feste „Allerheiligen und Allerseelen“ – wenigstens in kirchlichem, religiösen Umfeld.

Der Mensch denkt in diesen Tagen vor allem an seine Verstorbenen und besucht ihre Gräber. Und wenn wir so an ihren Gräbern stehen, dann dürfen wir auch daran denken, dass sie bereits das Angesicht Gottes schauen dürfen, also Heilige sind.

Aber wir dürfen auch an unser eigenes Sterben denken. Denn es ist eine unumstößliche Tatsache, dass wir, also jeder von uns, einmal drankommt. Und dann stellt sich sicher auch an uns die Frage: „Was passiert nach dem Tod?“ An dieser Frage kommt keiner vorbei und wir wissen keine Antwort! Kein Toter ist zurückgekehrt.

Oder doch? – Ja einer ist zurückgekehrt – Jesus, der Gekreuzigte und Auferstandene. Er ist der Garant unseres Glaubens. Er selbst ist das Zentrum unseres Glaubens.

Wenn ich „Glauben“ sage, dann höre ich gleich die Redewendung: „glauben heißt nicht wissen“. Und da scheiden sich die Geister. Wir Menschen müssen erfahren, dass wir nicht Alles wissen können. Dass wir auf andere angewiesen sind. Und da kommt es auf diesen Anderen an, wie vertrauenswürdig er ist. Ist er ein Fachmann? Aber auch der modernste Fachmann, der modernste    Wissenschaftler kommt manchmal an einen Punkt, wo sie nicht mehr weiterwissen, wo sie vor einem „Warum, Weshalb, Wieso“ stehen und sie spüren, dass da noch etwas dahinter sein muss.

Allein unser Glaube, der auf Jesus als Fachmann, als Sohn Gottes ruht, sagt uns, was nach dem Tod kommt. Er sagt uns: „aus meiner Hand bist du geboren, in meine Hand kehrst du zurück“. Ich habe für Dich eine Wohnung bereitet, von der es heißt: „Kein Auge hat es gesehen, kein Ohr hat es gehört, was Gott denen bereitet hat, die ihn lieben.“

Diese Gedanken dürfen uns an den Gräbern unserer Lieben durch den Kopf gehen und uns Trost und sogar Freude schenken, auch wenn es im Leben Herbst wird.

Pater Nivard Huber OCist.