Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau

Die Territorialabtei Wettingen-Mehrerau (lat.: Abbatia territorialis Beatae Mariae Virginis de Maris Stella et de Augia Majore) geht zurück auf die Besiedelung der aus Wettingen vertriebenen Mönche, welche am 8. Juni 1854 die Reste der 1806 aufgehobenen Benediktinerabtei Mehrerau durch Kauf erwerben können.

Ein Freudentag für Bregenz

Als der Wettinger Abt Leopold Höchle mit seinen Mönchen an diesem Tag an der Grenze St.Margrethen/Höchst eintrifft, begrüßt ihn eine jubelnde und begeisterte Menschenmenge, die ihn in einem Festzug zu seiner neuen Heimstatt geleitet. Die Bregenzer Bevölkerung und die Schulkinder feiern zu Ehren des Einzugs der Mönche ein großes Freudenfest.

Das Kloster im Laufe der Jahre

Gleich im ersten Jahr eröffnen die Mönche eine Lateinschule, aus der später das Collegium Bernardi mit Gymnasium, Handelsschule und Internat für Jungen heranwächst. Da die Barockkirche der Benediktiner 1808 abgebrochen worden war, errichten sie ein neuromanisches Gotteshaus. Der Nachwuchs von Mönchen und Laienbrüdern ist so erfreulich, dass von Mehrerau aus ehemalige Zisterzienserabteien wieder erworben und besiedelt werden können: 1888 Marienstatt im Westerwald, 1898 Sittich in Krain, Slovenien, 1939 Hauterive in Freiburg, Schweiz. 1919 erwirbt das Kloster die Wallfahrtskirche Birnau und das nahe gelegene Schloss Maurach und errichtet dort ein Priorat. 1920 übernimmt das Kloster Mehrerau die Führung der landwirtschaftlichen Fachschule für Vorarlberg. 1923 wird das Sanatorium Mehrerau als Belegspital errichtet. Außerdem betreibt das Kloster eine Tischlerei für Möbel- und Innenausbau. Der land- und forstwirtschaftliche Betrieb sichert die Versorgung mit den Grundnahrungsmittel, Gemüse und Obst. Heute ist er verpachtet.

Territorialabtei

Die Zisterzienserabtei Wettingen-Mehrerau ist als Territorialabtei kirchenrechtlich direkt dem Heiligen Stuhl in Rom unterstellt. Der Abt, welcher den Titel „Abt von Wettingen und Prior von Mehrerau“ trägt, ist Mitglied der österreichischen Bischofskonferenz. Zugleich ist er Abtpräses der nach dem ersten Weltkrieg approbierten Mehrerauer Zisterzienserkongregation mit über 20 Klöstern in Österreich, Schweiz, Deutschland, Slowenien und den USA.