+ Pater Miro Trusic

P. Miro Branimir Trusic (Prior des Klosters Jastrebarsko, Kroatien 1982-2008)

Geboren am 10. Juni 1946 in Dubrovnik, Kroatien, lernte er auf einer Reise nach Polen den Orden der Zisterzienser kennen, begann er in Heiligenkreuz und bei den Franziskanern in Hall, Tirol, das Studium der Theologie und trat dann als Novize in die Abtei Rein ein.

Von dort kam er 1974 nach Mehrerau, wo er am 31. August 1975 die Profess ablegte. Am 9. September 1979 empfing er in Dornbirn von Bischof Bruno Wechner die Priesterweihe. Sein größter Wunsch war es immer, in seiner Heimat Kroatien, wo es seit 450 Jahren kein Kloster der Zisterzienser mehr gab, den Orden wieder einzupflanzen. 1983 gelang es, von der Franziskanerprovinz Zagreb das Kloster Jastrebasko zu pachten. Mit großem Eifer begann Pater Miro, das von Zivilisten bewohnte und unbeschreiblich vernachlässigte Kloster frei zu bekommen und wieder instand zu setzen. Auch die Klosterkirche mit der Wallfahrtskapelle zu Maria vom Berge Karmel passte er umsichtig der erneuerten Liturgie und für ein monastisches Chorgebet an. An Sonn- und Werktagen hatte P. Miro fast immer eine voll besetzte Kirche, da die Gläubigen seinen begeisternden Gesang und seine prägnanten Predigten schätzten. P. Miro verstand es, in Wort und Schrift für das monastische Leben zu werben, sodass eine nicht unbeträchtliche Zahl junger kroatischer Männer sich zum Eintritt in das Noviziat im Kloster Mehrerau meldeten, von denen freilich nur wenige durchhielten. Besonders negativ wirkte sich der serbisch-kroatische Krieg 1991/95 aus, zu dem fast alle jungen Männer eingezogen wurden. Als die Front bis zu der nahen Stadt Karlovac vordrang, öffnete P. Miro sein Kloster großzügig für Flüchtlinge.

Da der Gesundheitszustand von P. Miro immer schlechter wurde und er wegen Diabetes fast völlig erblindete, sah sich Abt Anselm gezwungen, im Jahr 2009 den Versuch der Gründung abzubrechen. 2011 kehrte P. Miro nach Mehrerau zurück, konnte aber das Klosterleben kaum mehr mitmachen, mit Ausnahme der Sonntagsmesse, in der er seine gewaltige Baritonstimme gern erklingen ließ. Abt und Konvent von Mehrerau danken allen Freunden von P. Miro, besonders auch den Schweizer Zisterzienserinnen, die sein Werk in Kroatien großzügig unterstützten, und bitten um das Gebet für ihren verstorbenen Mitbruder.

Abtei Wettingen-Mehrerau, 18. September 2019
Abt Vinzenz Wohlwend und Konvent

Requiem und anschließende Beisetzung auf dem Klosterfriedhof:
Montag, 23. September 2019, 10:00 Uhr
Dreißigster: Montag, 21. Oktober, 6:30 Uhr