Buch-Neuerscheinung über einen großen Europäer

Vor Kurzem erschien das Buch ‚Die Entwicklung vom ich- zum gemeinschaftsbezogenen Denken bei Albert Camus’ von Dr. Karl Heinz Lauda, seit 2005 in der Mehrerau mit der Reorganisation der Klosterbibliothek beschäftigt.

Albert Camus (1913-1960) zählt zu den bedeutendsten französischen Denkern und Schriftstellern des 20. Jahrhunderts. Die vorliegende Arbeit ist eine philosophische Annäherung an den Literaturnobelpreisträger von 1957, dessen Romanfiguren Meursault aus ‚Der Fremde’ und Dr. Rieux aus ‚Die Pest’ in die Weltliteratur eingegangen sind.
Im ersten Teil des Buches wird kurz der biographische Hintergrund von Camus` Leben und Werk skizziert, um ein tieferes Verständnis für seinen persönlichen und intellektuellen Werdegang zu wecken. Im zweiten Teil werden die frühen Schlüsselwerke, der Roman ‚Der Fremde’ (1942) und  der philosophische Essay ‚Der Mythos des Sisyphos’ (1943) auf der einen Seite, sowie die späten Schlüsselwerke, der Roman ‚Die Pest’ (1947) und der philosophische Essay ‚Der Mensch in der Revolte’ (1951) erörtert. Aus der Gegenüberstellung der Frühwerke mit den Spätwerken werden im 3. Abschnitt die Unterschiede im Denken deutlich.

Camus’ Denken und Leben richtet sich gegen Dogmatismus, Konformismus und Engstirnigkeit und erscheint aus heutiger Sicht aktueller denn je. Das Buch bietet nicht nur Schülern und Lehrern eine wertvolle Information, sondern vermag darüber hinaus allen Interessierten Denkanstöße für die weiterführende Auseinandersetzung mit dem Schaffen dieses großen Künstlers zu geben. Camus eignet sich meines Erachtens – neben vielem anderen – sehr gut, um über das Christentum und die eigene Existenz nachzudenken.


Peter Lang Verlag
Frankfurt am Main, Berlin, Bern, Bruxelles, New York, Oxford, Wien, 2011.
138 S. 4 Abb.
Europäische Hochschulschriften. Reihe 20: Philosophie. Bd. 743
ISBN 978-3-631-61107-4
€ 25,50

P. Kassian Lauterer