Begegnung

Begegnungsnachmittag Ukraine

 

Frater Subprior Josua Breton OCist.

 

Am 14. Juni 2022 waren Kinder und Jugendliche aus der Ukraine zu einem Begegnungsnachmittag mit unseren Firmlingen in die Mehrerau eingeladen. Das Treffen wurde mit Unterstützung der „Young Caritas Vorarlberg“ organisiert und durchgeführt.

Die Idee zu diesem Begegnungsnachmittag war mir schon einige Zeit nach Beginn des Krieges in der Ukraine in den Sinn gekommen und ist dann im Verlauf der Zeit weiter gereift.

Bei den Vorbereitungen mit unseren Firmlingen merkten wir, dass bei ihnen eine gewisse Unsicherheit besteht, wie sie den Gästen begegnen sollen. Schließlich mussten diese erst vor ein paar Wochen ihre Heimat, Familie und Freunde verlassen und vor einem fürchterlichen Krieg flüchten. Da waren wir dankbar, dass wir eine Woche vor der Begegnung Frau Alona Neuberger (Caritas Vorarlberg) im Religionsunterricht begrüßen durften und sie uns über die aktuelle Situation der geflüchteten Menschen berichtet und alle Fragen der Firmlinge beantwortet hat.

Frau Neuberger kommt gebürtig aus der Ukraine, wohnt allerdings schon viele Jahre in Vorarlberg. Ihre Eltern und Verwandten wohnen in der Ukraine.

Bei strahlendem Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen durften wir dann am 14. Juni insgesamt sieben Kinder und Jugendliche aus der Ukraine begrüßen. Bei einer kurzen Vorstellungsrunde berichteten uns die Gäste, aus welcher Region der Ukraine sie kommen, welche Schule sie hier in Vorarlberg besuchen und wie es ihnen hier gefällt. Es wurde deutlich, dass sich alle willkommen fühlen aber auch hoffen, dass sie bald wieder in ihre Heimat zurückkehren können. Die ersten Sprachbarrieren wurden dank der Übersetzung von Frau Neuberger gut überwunden.

Nach einer kurzen Schulbesichtigung und einem Austausch über die verschiedenen Schulsysteme in der Ukraine und in Österreich, wurde in der Collegiumskapelle gemeinsam für den Frieden gebetet.

Anschließend waren alle zu einer reich gedeckten Kuchentafel in das Kloster eingeladen. Die Kuchen wurden von den Eltern der Firmlinge gebacken und gebracht.

Trotz der eher bedrückenden Situation, in der sich diese geflüchteten jungen Menschen befinden, war an diesem Nachmittag auch Freude und Dankbarkeit spürbar. Dank moderner Technik mit mobilen Übersetzungs-Apps war ein guter Austausch möglich und unsere Firmlinge trauten sich dann auch, Fragen  zu stellen. Ein Junge berichtete uns von seiner langen Reise aus der Heimat nach Vorarlberg. Ein Firmling stellte ihm die Frage, wie er sich jetzt über den Krieg in seiner Heimat informieren würde. Er antwortete: „Gar nicht! Der Gedanke, dass in meiner Heimat Krieg herrscht, ist so schlimm, dass ich keine weiteren Informationen haben möchte“. Weiter berichtete er, dass ein Onkel und sein Taufpate im Krieg für die Ukraine kämpfen.

Nach einem kurzen Aufenthalt zum Mehrerauer-Badehaus kehrte man nochmals in das Kloster zurück, um sich zu verabschieden. Die entgegengebrachte Dankbarkeit dabei war groß. Auch wurde ein Wiedersehen im Herbst ins Auge gefasst. Wir bedanken uns bei allen Beteiligten für diesen besonderen Begegnungsnachmittag.

Bei der Verabschiedung sagte eine der Jugendlichen: „Vielen Dank und Slava Ukrayini!“

Ich möchte diesen Bericht mit folgendem Satz beenden: 

Боже, дай мир Україні!

Bozhe, day myr Ukrayini!

Guter Gott, schenke der Ukraine Frieden!