Das traurige Schicksal der Bibliothek der Benediktiner-Mehrerau

Leider sind viele wertvolle Bücher aus früherer Zeit verschollen. Die älteste Mitteilung über den Bücherbestand des Benediktinerkonventes ist in der „Chronik des Klosters Petershausen“ aus dem 12. Jh. erhalten. Abt Theoderich von Petershausen bringt Bücher in die Mehrerau, vor allem jene, die bereits vorher in Andelsbuch gebraucht werden. Aus dieser Zeit sind zwei Handschriften in der Leopold-Sophien-Bibliothek zu Überlingen erhalten geblieben: Ein Markusevangelium mit Kommentar des Hieronymus und die Vita S. Galli von Walafried Strabo.

Ein ganz hervorragendes Zeugnis der Geistespflege und des Kunstverständnisses der Mehrerauer Benediktinermönche gibt die heute ebenfalls in Überlingen aufbewahrte Handschrift Ms. 13. Sie dürfte spätestens um 1200 entstanden sein und thematisiert das Markus-Evangelium und den Kommentar von Hieronymus und Beda Venerabilis.
Aus dem 14./15. Jahrhundert werden noch einige Chorbücher der „alten Mehrerau“ im Vorarlberger Landesmuseum aufbewahrt; darin befinden sich schön verzierte Initialen, die aus der Schreibschule der Mehrerauer Mönche stammen.

Gegen Ende des 16. Jahrhunderts lässt Abt Gebhard Raminger II. aus Radolfzell (1582–1616), der „zweite Gründer der Mehrerau“, vor dem Ostflügel des Konventbaus eine geräumige und schön gelegene Klosterbibliothek errichten.