Kloster Maria Meeresstern in Wettingen

Im Jahr 1227 gründet Freiherr Heinrich II. von Rapperswil an der Limmat in der Nähe des Dorfes Wettingen ein Kloster - Maris Stella oder Meeresstern - in dem Abt Konrad und zwölf Zisterziensermönche aus dem Kloster Salem am Bodensee das Ordensleben beginnen. Die junge Abtei entfaltet bald ein blühendes geistliches, kulturelles und wirtschaftliches Leben.

Während der Reformationszeit gerät das Kloster Wettingen in eine schwere Krise, als unter dem Einfluss von Ulrich Zwingli der Abt Georg Müller und nahezu der gesamte Konvent zum neuen Glauben übertritt. Der Klosterbrand von 1507 stellt eine zusätzliche Prüfung für die Mönche dar. Die Abtei kann zwar dank des Einsatzes der katholischen Kantone wieder aufgebaut werden, jedoch erst unter Abt Peter Schmid erwacht das Kloster zu neuer Blüte.

Die »zweite« Gründung des Klosters

Wurmsbach am Zürichsee 19. Jhdt
Wurmsbach am Zürichsee 19. Jhdt

1594 wird unter dem Vorsitz des Abtes von Cîteaux Peter II Schmidt zum Klostervorsteher gewählt; dieser wird heute als zweiter Gründer von Maristella bezeichnet, denn er erneuert das Klosterleben und schafft die Voraussetzung für den Fortbestand. Zu seinen herausragenden Leistungen zählen die Eröffnung der philosophischen und theologischen Hauslehranstalt zur Ausbildung des eigenen Nachwuchses, die bauliche und wirtschaftliche Sanierung sowie sein Einsatz für die Gründung der Oberdeutschen Zisterzienserkongregation. Besondere Aufmerksamkeit wendet Abt Petrus auch der unter Wettinger Paternität stehenden Abteien der Zisterzienserinnen in der deutschsprachigen Schweiz zu.

In den politischen Wirren der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts erhalten liberale Mächte im Kanton Aargau die Oberhand. Es folgt eine Welle von Klosteraufhebungen, der auch Wettingen am 28.01.1841 zum Opfer fällt. Der vertriebene Konvent entschließt sich nach kurzen Aufenthalten in Buonas und Werthenstein dazu, ins Ausland auszuwandern.

Maris Stella – zum Namen des Klosters

Kloster Maris Stella ende 18. Jhdt
Kloster Maris Stella ende 18. Jhdt

Der Gründungslegende nach geht die Klostergründung auf Ritter Heinrich von Rapperswil zurück. Dieser gerät auf der Fahrt ins Heilige Land in Seenot; in seiner Verzweiflung gelobt er, im Falle seiner Rettung, ein Kloster zu stiften. Als sich der gefährliche Sturm, in dem er und seine Mannschaft umzukommen drohen, legt, erscheint ein heller Stern am Himmel. Nach seiner Heimkehr vergisst der Rapperswiler Ritter zunächst sein Gelübde – erst als ihm auf einem nächtlichen Ritt der »Meeresstern« (bereits in einem Hymnus des 9. Jhs. eine Deutung des Namens Maria) abermals erscheint, setzte er das Gelübde mit der Gründung des Klosters um.